Allgemeine Aufgaben

Die Klinikschule Oberfranken

  • unterrichtet schulpflichtige Schülerinnen und Schüler, die krankheitsbedingt nicht am Unterricht ihrer Stammschule teilnehmen können.
  • erfüllt mit ihrem Mobilen Sonderpädagogischen Dienst einen Beratungsauftrag zur schulischen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit autistischen Verhaltensweisen.

Sie gehört als staatliche Schule für Kranke einer eigenständigen Schulart an (Art. 6 des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen). Träger des Aufwands für den Sachbedarf ist der >> Bezirk Oberfranken.

Klinikunterricht

Unsere Schülerinnen und Schüler befinden sich während ihres Klinikaufenthalts in einer erschwerten Lebens- und Lernsituation. Sie haben auch als Patientinnen und Patienten Anspruch auf Bildung und Erziehung. Mit der Aufrechterhaltung ihrer Schülerrolle können sie ein Stück Normalität erleben und darin Struktur, Halt und Perspektive erfahren.

Unsere Lehrkräfte wollen dazu beitragen, dass

  • die schulische Lernbereitschaft erhalten bleibt oder wiederhergestellt wird.
  • trotz herabgesetzter Belastbarkeit oder seelischer Krisen Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Genesungswillen gestärkt werden.
  • der Anschluss an wichtige Fächer, wie z. B. Deutsch, Mathematik oder Englisch, nicht verloren geht und die jeweilige Schullaufbahn nach Möglichkeit gehalten werden kann.
  • der Aufbau sozialer und konzentrativer Fähigkeiten – sofern dies vordringliche Behandlungsziele sind – unterstützt wird.
  • die Verbindung zur Stammschule nicht abreißt.
  • eine Wiedereingliederung in den normalen Schulbetrieb erfolgen kann.

Sie

  • richten sich an den individuellen Förderbedürfnissen und -möglichkeiten aus.
  • arbeiten mit den den zuständigen Ärztinnen und Ärzten, den behandelnden und betreuenden Fachkräften sowie gegebenenfalls mit weiteren Fachdiensten zusammen.
  • nehmen bei längerem Klinikaufenthalt Kontakt mit der Stammschule und den Erziehungsberechtigten auf, um z. B. stoffliche Schwerpunkte abzustimmen oder eine Rückführung mit vorzubereiten.

Umfang, Zeitpunkt und Inhalte des Unterrichts richten sich nach den Klinikabläufen, der aktuellen gesundheitlichen Verfassung der Schülerin oder des Schülers sowie den personellen Möglichkeiten an unseren jeweiligen >> Schulorten.

Die Kinder und Jugendlichen bleiben Schülerinnen und Schüler der bisher besuchten Schulart und Schule.
Ein besonderes Aufnahme- oder Überweisungsverfahren in die Klinikschule findet nicht statt.

Hausunterricht

Hausunterricht kann Schülerinnen und Schülern erteilt werden, die sich krankheitsbedingt zu Hause aufhalten müssen und denen deshalb ein Schulbesuch längerfristig nicht möglich ist.

In der Regel erteilt die Stammschule den Hausunterricht.

Die Klinikschule kann jedoch zuständig werden, wenn z. B.

  • zu erwarten ist, dass eine Schülerin oder ein Schüler in absehbarer Zeit für längere Dauer im Krankenhaus behandelt werden muss und in der Zwischenzeit die Stammschule nicht besucht.
  • eine Schülerin oder ein Schüler wegen Krankheit nicht mehr in die frühere Stammschule zurückkehren wird.
  • die Wiederherstellung der Gesundheit nicht zu erwarten ist.

Den Antrag auf Hausunterricht stellen die Erziehungsberechtigten bei der Schulleitung der Stammschule. Ein ärztliches Zeugnis über die voraussichtliche Dauer der Erkrankung (länger als sechs Wochen) ist dem Antrag beizufügen.

Antragsformulare für den Hausunterricht sind bei der Regierung von Oberfranken als download erhältlich:
>> Antragsformular

Für Hausunterricht, der von der Klinikschule erteilt wird, gelten die Ausführungen über den >> Klinikunterricht sinngemäß.

Autismusberatung

Die Klinikschule Oberfranken erfüllt mit ihrem Mobilen Sonderpädagogischen Dienst (MSD) einen Beratungsauftrag zur schulischen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit autistischen Verhaltensweisen.

Das Tätigkeitsgebiet des MSD-Autismus (MSD-A) umfasst:

  • Mobile Beratung in Oberfranken in Schulen aller Art
  • Mithilfe bei der Durchführung und Vermittlung einer differenzierten Diagnostik
  • Mithilfe bei der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs
  • Mithilfe bei der Bestimmung eines geeigneten Bildungsweges vom frühen Kindesalter bis zur beruflichen Eingliederung
  • Mobile Elternberatung
  • Mitarbeit beim Elternverband "Autismus Oberfranken"
  • Zusammenarbeit mit Fachärzten, Therapeuten, Schulverwaltung, Autismus-Kompetenzzentrum Oberfranken, Arbeitsverwaltung, Verbänden und Ausbildungsstätten für Sonderschullehrer, Heilpädagogen und Erziehern
  • Ausbau einer Fachbibliothek mit Ausleihe
  • Organisation und Durchführung von Fortbildungen
  • Mitarbeit beim Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung, Erfahrungsaustausch mit anderen Beratungslehrern

Mit der Wahrnehmung des MSD-A sind seitens der Klinikschule zurzeit zwei Lehrkräfte betraut, die für den Raum Bamberg (vorwiegend weiterführende Schulen) bzw. den  Schulamtsbereich Hof zuständig sind.

  • Informationen über Kontaktmöglichkeiten zu unseren beiden dem MSD-A-Kompetenzteam angehörenden Lehrkräften sowie zu weiteren, an oberfränkischen Förderzentren verorteten regionalen MSD-A-Zuständigkeiten finden Sie auf dem entsprechenden Flyer Flyer MSD-Autismus Oberfranken.
  • Beratung in hauptsächlich außerschulischen Belangen erhalten Sie z. B. durch das Autismus-Kompetenzzentrum Oberfranken: www.autkom-ofr.de.

Virtueller Unterricht

Durch neue Medien ergeben sich Möglichkeiten, Unterricht z. B. per Videokonferenz über eine Internetverbindung zu erteilen.

Ihr Einsatz soll

  • zusätzliche Unterrichtsangebote verfügbar machen,
  • die Integration in die Stammschule unterstützen,
  • unterrichtliche Betreuung ermöglichen, wo auf Grund von Entfernung, speziellen Erkrankungen oder aus sonstigen Gründen keine direkte Unterrichtserteilung am Krankenbett realisierbar ist.

Sofern keine Lehrkraft mit entsprechender Fachkenntnis seitens der Klinikschule zur Verfügung steht, wird versucht, im Rahmen des "virtuellen Unterrichts" für einzelne Wochenstunden eine Verbindung zu kompetenten externen Lehrkräften herzustellen, die die Schüler fachgerecht unterrichten können.

Es wird angestrebt, auf diese Weise das Unterrichtsangebot nicht regelmäßig, aber im begründeten Einzelfall auszudehnen. Voraussetzung dafür sind Lehrkräfte, die sowohl das Schulfach als auch das technische Medium ausreichend beherrschen.